Technische Daten
Kennzahlen und Anlagenübersicht der Verbandskläranlage Leoben
Bemessungsgrundlage
90.000 EW
Zulaufkonsens
18.600 m³/d
täglicher Trockenwetterabfluss
1.188 m³/h bzw. 330 l/s
Maximaler Trockenwetterabfluss
2.376 m³/h bzw. 660 l/s
MaximalerMischwasserzufluss
Anlagenübersicht
Mechanik
Zulaufmessung
Hebeanlage
Rechenanlage
Sandfang 2-straßig
Vorklärung 2x700 m³
Faulung
Voreindicker 2×335 m³
Faulturm 2×2.500 m³
Nacheindicker 1×400 m³
Schlammentwässerung
Biologie
Zwischenhebewerk
Biologie 2×4.550 m³
Eisensalzlösestation
Nachklärbecken 2×4.100 m³
Rücklaufschlammpumpwerk
Überschussschlammpumpwerk
Mechanische Überschussschlammeindickung
Klärgasverwertung
Gasentschwefler
Trockengasspeicher
Blockheizkraftwerk 2×140 kWel
Gasfackel
Weitere Einrichtungen
Fäkalienübernahmestation
Kanalräumgutübernahmestation
Regenüberlaufbecken
Betrieb und Überwachung
Durch ein Prozessleitsystem mit automatischer Alarmierungseinrichtung für den Bereitschaftsdienst sowie regelmäßiger Wartung und Inspektion wird Vorsorge getroffen, dass Störfälle, insbesondere eine Gewässerverunreinigung, durch mangelhafte Abwasserreinigung oder Explosionen von Klärgas-Luftgemischen nicht eintreten.
Die Verbandskläranlage wird von Fachpersonal, das gemäß den ÖWAV-Richtlinien ausgebildet ist, rund um die Uhr überwacht.
Störfallinformation
Sollte trotz aller Vorsorgemaßnahmen ein Störfall eintreten, der größere Personenkreise betrifft, werden die möglicherweise Betroffenen über eine Störfallinformationstafel informiert.
Item #1
Reinigungsablauf
Über den Zulaufkanal werden die Abwässer von den Verbandsmitgliedern der Kläranlage zugeführt. Das Abwasser durchfließt zuerst eine zweistraßige Rechenanlage (Spaltbreite 3 mm). Im anschließenden belüfteten Sandfang werden die Sandbestandteile und Fett abgeschieden. Das Abwasser gelangt danach in die Vorklärbecken. Hier erfolgt die Sedimentation von organischem Abwasserschlamm (Primärschlamm), der in die Faultürme gepumpt wird. Das Abwasser wird aus den Vorklärbecken in die biologische Stufe geleitet. Durch intermittierendes Einbringen von Druckluft wird in den Belebungsbecken der biologische Abbau durch Bakterien und Mikroorganismen (Belebtschlamm) vorgenommen. Während der Kohlenstoff- und Stickstoffabbau rein biologisch erfolgt, wird der Phosphorabbau durch chemische Fällung (Fällungsmittel auf Eisen- bzw. Eisen-Aluminium-Basis) unterstützt. In den Nachklärbecken wird der Belebtschlamm vom gereinigten Abwasser durch Sedimentation getrennt.
Ein großer Teil des abgesetzten Belebtschlammes wird in die biologische Stufe zurückgepumpt, der Rest wird als sogenannter Überschussschlamm entwässert und den Faultürmen zugeführt. In den geschlossenen Faultürmen wird der Schlamm bei einer Temperatur von 37°C bis 39°C unter Luftabschluss ausgefault. Der ausgefaulte, anaerob stabilisierte Schlamm wird mit einer Schneckenpresse auf einen Trockensubstanzgehalt von ca. 28% entwässert. In der Kläranlage werden auch untergeordnete Mengen Fäkalschlamm aus Hauskläranlagen und Sammelgruben sowie Rückstände aus der Kanalreinigung und Fettabscheiderinhalte, tierisch oder tierische Anteile enthaltend, mitbehandelt.
Störfallinformation
Das aus der Faulung gewonnene Klärgas wird auf der Anlage mittels zweier Blockheizkraftwerke zu je 124 KW zur Strom und Wärmegewinnung verwendet. Durch die jüngst installierte Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 670 KWp sollte in Kombination und in weiterer Folge durch Installation von zwei 250 KWh Batteriespeichern ein Autarkiegrad von 90% erreicht werden.
